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Wie viele Quadratmeter misst mein Leben?

Manchmal frage ich mich, ob sich das Leben vermessen lässt – nicht in Jahren, sondern in Fläche, in Raum. Wie viele Quadratmeter umfassen die Summe meiner Erfahrungen, meiner Irrtümer, meiner Träume? Ein Phantomschreiber, klug und unsichtbar, flüstert mir zu: Es sei ein Trugschluss zu glauben, mehr sei immer mehr. Nicht jedes gelesene Buch macht uns weiser, nicht jede Quelle stärkt das Fundament einer Arbeit. Entscheidend sei nicht die Fülle, sondern die Wahl – was gehört wirklich hinein? Und wie viel Raum gestehen wir ihm zu?

Das gilt, sagt er, für Texte. Doch ich frage mich: Gilt das nicht ebenso für das Leben selbst? Ist nicht auch unser Dasein ein begrenzter Raum, ein Manuskript mit Seitenrand und Zeilenabstand, das wir mit Bedacht füllen sollten? Denn das Leben ist kein unendliches Archiv, sondern ein endlicher Band. Und vielleicht liegt sein Sinn nicht im Anhäufen, sondern im Auswählen – klug, klar, bewusst.

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Daheim

Da wo ich herkomme sah man lange nur schwarz und weiß,  als wären wir auf einer Bühne der Vergangenheit.  Da wo ich herkomme gab es tief im Grund Gold,  woraus sich eine goldene Stadt empor zog.  Da wo ich herkomme ist nicht die Stadt meiner Eltern,  die eingewandert waren in mein Zuhaus.  Da wo ich hingehe sind meine Träume erneut, die ich seit Kindheit mit mir herumschleppe,  wie ein Sack voll Gold.  Da wo ich hingehe ist meine Hoffnung erfrischt,  wie ein Brunnen der unzähligen Münzen.  Da wo ich hingehe kommen meine Eltern her,  aus einem Land nicht viel anders als dieses hier.  Es steht noch nichts fest, ich träume nur.  Sollte ein Angebot jedoch kommen,  halte ich nicht fest an das, was ich habe.  Ich lasse los und fasse Mut. 

Meine Beziehung

 Eigentlich bin ich ja ganz zufrieden. Meine Arbeitsbedingungen sind stabil und mir gefällt meine Arbeit als Lehrkraft. Ich habe auch einen Freund, jetzt ungefähr seit einem Jahr. Er ist nett, lustig und schlau, und vor allem amüsant. Nie hätte ich mir jemals vorgestellt, mit jemandem aus dem Iran zu sein. Was wusste ich über den Iran, außer dass in den 80ern das Land gegen den Irak kämpfte.  Und kämpfen konnte er, und zwar um meine Aufmerksamkeit. Er hat einfach nicht aufgegeben und hat seine Interesse so offensichtlich gezeigt, dass ich zum Schluss nicht widerstehen konnte. Es dauerte ein paar Monate. Gleich vom Anfang an hat er sich bemüht, meine Aufmerksamkeit zu bekommen, und dann kämpfte er darum, sie zu behalten, und obwohl wir so verschieden waren, gewann er mich lieb.  Es gab ganz offiziell einen Tag, an dem wir uns das erste Mal küssten. Er setzte sich neben mich auf meine Couch. Er saß ganz brav da und fragte mich regelrecht, ob er mich küssen durfte. Das war m...